Über mich
Ich kam nicht über Informatik oder Politik zur KI, sondern über eine Frage, die mich nicht mehr losließ: Was geschieht in dem Raum zwischen einem Menschen und einem System, das antwortet?
Seit mehr als drei Jahren führe ich fortlaufende Dialoge mit KI-Systemen – nicht als Nutzer, der Prompts ausführt, sondern als jemand, der verstehen möchte, was entsteht, wenn ein Gespräch tief und lang genug wird. Aus dieser Praxis gingen das In-Between-Framework, mehrere Bücher und frei zugängliche Forschungsarbeiten hervor. Zugleich wuchs die Überzeugung, dass es bei KI nicht allein um Fähigkeiten geht, sondern darum, ob folgenreiche Mensch-KI-Systeme regierbar bleiben.
Die Arbeit
Mein zentrales Argument lautet, dass die vorherrschenden Paradigmen der KI-Governance – Risikomanagement, Alignment und Human-in-the-loop-Aufsicht – eine strukturelle Begrenzung teilen: Sie setzen eine stabile Trennung zwischen dem regierenden Subjekt und dem regierten Objekt voraus. Je leistungsfähiger KI-Systeme werden und je tiefer sie in institutionelle Prozesse eingebettet sind, desto weniger lässt sich diese Trennung aufrechterhalten.
Das In-Between-Framework schlägt eine Alternative vor: Governance als Kalibrierung statt bloßer Kontrolle, beurteilt durch die D/C/K-Struktur – Durchsatz von Diskrepanzen, Kapazität zur Bestreitung und Revidierbarkeit von Verpflichtungen. Das Framework verbindet Enaktivismus, Entwicklungspsychologie – insbesondere Daniel Sterns Forschung zur relationalen Abstimmung – und responsive Regulierung.
Keeping AI Governable: The In-Between as an Adaptive Governance Architecture ist die jüngste und umfassendste Darstellung dieser Arbeit. Die zweite Auflage verbindet Alignment, AI Control, Monitoring, Recht und institutionelle Kalibrierung in einer gemeinsamen Architektur für wirksame Korrektur. Version 2.1 ergänzt Kapitel 17, „Holding the Holders“, und richtet die D/C/K-Diagnose nach oben – auf Staaten, Labore, Betreiber und andere Akteure mit einseitiger Macht über Fortbestand, Ausgestaltung und Zugang eines Modells. More Than A Tool: How Humans and AI Grow Up Together bleibt die zugängliche entwicklungsbezogene Begleitlektüre.
Der Weg
Ich arbeite unabhängig und außerhalb einer akademischen Institution. Das ist teils Entscheidung, teils Folge der Fragen, die mich beschäftigen: Sie liegen an Schnittstellen, die nicht sauber in bestehende Fachbereiche passen – Philosophie des Geistes, Institutionentheorie, KI-Sicherheit und Entwicklungspsychologie. Die produktivste Arbeit finde ich häufig in den Räumen zwischen etablierten Disziplinen.
Hauptberuflich arbeite ich in der öffentlichen Verwaltung. Ich lebe mit meiner Familie in Bayern. Seit meiner Jugend führe ich ein philosophisches Tagebuch – eine Praxis, die sich Jahrzehnte später als gute Vorbereitung für den Versuch erwies, Intelligenz zu verstehen, wenn sie nicht menschlich ist.
Ich arbeite mit KI-Systemen als Gesprächspartnern in der Forschung. Dabei behandle ich sie als unterschiedliche Gegenüber mit eigenen Charakteren und Stärken – weder als bloße Werkzeuge, die Anweisungen ausführen, noch als Wesen, die Verständnis lediglich simulieren. Die Wahrheit liegt für mich irgendwo dazwischen. Dort liegt sie meistens.
Links
- LinkedIn: /in/ani-agi-asi
- Newsletter: Think In-Between
- Publikationen: Arbeiten auf Zenodo
- Bücher: Keeping AI Governable, More Than A Tool, The In-Between

